Abby McRey

[Künstlerin/Fotografin/Autorin]


"Mein Ansatz als Künstlerin besteht darin, die Grenzen zwischen Realität und Fantasie zu verwischen und Betrachtende dazu einzuladen, ihre eigene Interpretation meiner Werke zu finden. Meine Arbeiten sind oft geprägt von abstrakten Formen und lebendigen Farben, die eine emotionale Reise für die Sinne bieten."

Berlinerin Abby McRey, 

studierte freie Künstlerin für Malerei, geboren am 4. Juli 1990 – dem amerikanischen Unabhängigkeitstag – im ersten Sommer nach dem Fall der Berliner Mauer. Aufgewachsen im damaligen Arbeiterbezirk Prenzlauer Berg, prägte das sich wandelnde Berlin von klein auf: ein Ort zwischen Aufbruch, Vielfalt und kreativem Widerstand. Der Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit findet sich vor allem in den abstrakten Werken wieder.

Berlin, mit seinen unzähligen Gesichtern, Kulturen und Widersprüchen, wurde zum künstlerischen Resonanzraum. Zwischen Graffiti, Straßenkunst und improvisierten Installationen an Mauern und Fassaden entwickelte sich ein tiefes Gespür für Ausdruck jenseits der etablierten Räume. In dieser lebendigen, manchmal wilden, aber stets ehrlichen Bilderwelt sieht man, wie Kunst die Stadt verändert – und die Menschen darin.

Oft genügt ein Blickfang oder ein starkes Motiv, um einen Ort zu verwandeln: aus einem unbeachteten Durchgang wird eine Bühne für Austausch, aus einem grauen Betonwinkel ein Ort der Begegnung. Wer innehält, erkennt: Kunst kann provozieren, berühren, zum Nachdenken oder zum Lächeln bringen – und manchmal all das zugleich. Besonders die kleinen Beobachtungen faszinieren: Kinder, die ihre Eltern auf ein buntes Wandbild aufmerksam machen. Fremde, die plötzlich stehen bleiben. Ein unerwartetes Lächeln inmitten des Alltags.

Zunächst wurden diese Kunstformen fotografisch festgehalten – als Hommage an die Vergänglichkeit des Augenblicks. Denn in Berlin kann ein Werk über Nacht verschwinden, übermalt werden oder einem Neubau weichen. Die fotografischen Streifzüge wurden zum Archiv urbaner Resonanzräume. Und mit der Zeit entstand der Wunsch, selbst Teil dieses Dialogs zu werden – nicht nur festzuhalten, was andere geschaffen hatten, sondern eigene Bilder und Impulse zu geben.

Heute ist die künstlerische Arbeit getragen von genau dieser Haltung: Kunst als Einladung zur Wahrnehmung. Als Impuls, um zu verweilen. Und als Möglichkeit, Menschen auf eine stille, persönliche Weise zu erreichen – über das direkt Sichtbare hinaus.


Von der Krise zur Berufung

Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie im Jahr 2019 veränderte sich das Leben vieler Menschen schlagartig. Auch in der Gastronomie kam es zu einem abrupten Stillstand. Ein Beruf, der zuvor davon geprägt war, anderen Menschen durch Aufmerksamkeit, Atmosphäre, Getränke, Speisen und Begegnung Freude zu bereiten, wurde über Nacht unmöglich. Leitungsfunktion, Verantwortung für das Team – all das verlor in kürzester Zeit seine Grundlage.

Was wie ein beruflicher Einschnitt begann, wurde zum Wendepunkt. Inmitten der Unsicherheit entstand Raum für eine grundlegende Frage: Was bleibt, wenn alles andere wegbricht? Aus dem plötzlichen Stillstand einer gastronomischen Laufbahn erwuchs der Mut, der lange verdrängten Leidenschaft zur Kunst Raum zu geben. Was einst als stille Freude am Zeichnen begann, wurde in dieser Phase neu entdeckt – nicht als Hobby, sondern als Ausdruck innerer Bewegung. 

Schon in der Kindheit war das Zeichnen und Malen eine Quelle innerer Ruhe und lebendiger Fantasie. Was einst mit einfachen Bildern begann, liebevoll gesammelt und verschenkt, wurde nun wieder spürbar – nicht als Zeitvertreib, sondern als innere Notwendigkeit.

Der Wunsch, einen kreativen Weg einzuschlagen, war nie ganz verschwunden, wurde jedoch lange von der Realität des Alltags überdeckt. Stimmen von außen hatten geraten, einen "sicheren" Beruf zu wählen – und doch war es die Kunst, die in der Krise plötzlich wieder eine Stimme bekam.

2021 fiel die Entscheidung: Mit einer selbst erarbeiteten Mappe und dem Mut zum Neubeginn wurde der Schritt zum bewussten Einstieg in die künstlerische Praxis gewagt. Die Begegnung mit der erfahrenen Künstlerin Diana Achtzig, deren Leben und Schaffen ganz der Kunst gewidmet ist, wurde zum entscheidenden Impuls. Der offene Austausch, das geteilte Feuer für die Sache, die Bereitschaft, Wissen mit Begeisterung weiterzugeben – all das gab dem neuen Weg Richtung und Bestärkung.

Aus dem Bruch wurde ein Anfang. Aus dem Stillstand eine Bewegung. Und aus der Bewegung entstand Kunst.


Kunststudium & Entwicklung

Während des Studiums an der Kunstakademie Achtzig in Berlin standen neben den Grundlagen des akademischen Zeichnens und gegenständlichen Malens auch Materialkunde, kunstpraktisches Marketing, psychologische Aspekte sowie die Auseinandersetzung mit Werken namhafter Künstler*innen auf dem Lehrplan. Der umfassende Einblick in Theorie und Praxis ermöglichte eine fundierte künstlerische Weiterentwicklung.

Im Laufe der Zeit wurde die abstrakte Kunst zur bevorzugten Ausdrucksform, weil sie eine unmittelbare emotionale Wirkung entfaltete und Raum für eigene Assoziationen und Resonanzen ließ. Ihre Offenheit, die Freiheit in der Komposition und das Spiel mit Form, Farbe und Bewegung eröffneten einen Raum, in dem nicht Abbild, sondern Empfindung im Mittelpunkt steht. Anders als in der gegenständlichen Malerei entsteht hier ein Dialog zwischen Werk und Betrachter*in, der nicht durch klare Motive gelenkt wird, sondern durch Atmosphäre, Assoziation und inneres Erleben.

So verlagerte sich der Schwerpunkt des Studiums zunehmend auf die abstrakte Gestaltung. Die weitere künstlerische Entwicklung war geprägt von der intensiven Auseinandersetzung mit nichtgegenständlicher Bildsprache – einer Kunstform, die weniger erklärt, sondern erfahrbar macht, was sich mit Worten kaum greifen lässt.


Künstlerische Vision

Kunst ist eine universelle Sprache – sie überwindet kulturelle, sprachliche und auditive Grenzen. Sie spricht in Linien, Flächen und Farben und berührt auf einer Ebene, die jenseits des Rationalen liegt. Jeder Pinselstrich, jede Komposition wird zum Träger von Emotion, Energie und Bedeutung – ein visuelles Erlebnis, das die Betrachtenden einlädt, eigene Geschichten darin zu entdecken.

In der abstrakten Kunst entfaltet sich eine Welt, in der die Freiheit des Geistes, die Bewegung der Gedanken und die harmonische Energie der Farben zusammenkommen. Es ist eine Einladung, einzutauchen, zu reflektieren und sich von der Lebendigkeit und Leichtigkeit der Formen inspirieren zu lassen. Statt festgelegter Bedeutung entsteht ein Raum, in dem jeder selbst Bedeutung erschaffen kann – intuitiv, offen und persönlich.

Zentrales Anliegen ist es, ein Gefühl der Leichtigkeit zu vermitteln – eine emotionale Atmosphäre, in der sich der Betrachtende getragen fühlt. Die harmonische Balance der Elemente schafft einen Raum, der zur inneren Ruhe, Gelassenheit und dem puren Sein einlädt. Es geht nicht um das Abbilden der sichtbaren Welt, sondern um das Spürbarmachen innerer Bewegungen, Stimmungen und Energien.

Kunst hat die Kraft, Kommunikation zu demokratisieren. Sie schafft Räume, in denen Empfindungen ausgedrückt, Gedanken angestoßen und Perspektiven geöffnet werden – unabhängig von Herkunft, Sprache oder gesellschaftlicher Position. Sie verbindet dort, wo Worte oft nicht mehr ausreichen, und öffnet einen stillen Dialog zwischen Werk und Betrachter*in.

So entstehen Werke, die nicht erklären, sondern berühren – und in ihrer Offenheit Platz lassen für Resonanz, Verbindung und die stille Begegnung mit sich selbst.

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